Merry Christmas To One and All!

Für uns im Amerika Haus geht ein sehr ereignisreiches, spannendes Jahr zu Ende. Wir hatten ein tolles Programm mit sehr vielen Besuchern (highlight: die lange Nacht der Museen mit 2.700 Gästen). Unsere Bibliothek hat wieder hunderte Schüler und Lehrer erreicht, die begeistert waren von Veranstaltungen und Service. Zahlreiche Studierende und Schüler haben sich beraten lassen, wie sie zu einem längeren Aufenthalt auf der anderen Seite des großen Teichs kommen können. Die Teilnehmer unserer Intensivberatung haben alle einen Studienplatz in den USA bekommen!

Und dann gab es noch ein paar andere Dinge, die uns sehr beschäftigt haben…

Was davon bleibt, ist vor allem eins: die großartige Unterstützung, die wir von so vielen Menschen aus den unterschiedlichsten politischen Richtungen, Gesellschaftskreisen, Institutionen, Generationen und Regionen weit über Bayern hinaus bekommen haben. Es war und ist überwältigend zu erfahren, wie wichtig das Amerika Haus für so viele Menschen ist. Daraus spricht zum einen zweifellos die Wertschätzung der hervorragenden Arbeit meiner MitarbeiterInnen. Hier drückt sich aber auch die tiefe historische und emotionale Bindung der Bürger Bayerns und Münchens zu Amerika und ihrem Amerika Haus aus.

Für uns ist das Ansporn und Verpflichtung zugleich, unsere Arbeit im neuen Jahr noch besser zu machen. Und weiter dafür zu kämpfen, dass das Amerika Haus an seinem angestammten Platz auch für zukünftige Generationen offen bleibt (das Lied von Johnny Cash soll das ein wenig ausdrücken). Ich blicke nach wie vor optimistisch in die Zukunft, vor allem auch, weil Mitglieder der Staatsregierung mit allen Kräften daran arbeiten, eine für alle Seiten gute Lösung zu finden.

Im Namen aller MitarbeiterInnen meinen ganz herzlichen Dank an alle!

Ich wünsche Ihnen und Euch allen frohe und glückliche Weihnachten und für das neue Jahr Gesundheit, Frieden und Erfolg.

Raimund Lammersdorf


 

Bewegung in Sachen Amerika Haus

Die Entscheidungssituation für alle Beteiligten war sehr eng geworden, da eine Kündigung der Nutzungsvereinbarung für das Amerika Haus noch bis zum 31.12.11 hätte ausgesprochen werden müssen, damit das Haus ab dem 1.1.13 zur Verfügung stehen würde. Wie im Münchner Merkur und in der Süddeutschen Zeitung beschrieben, haben wir uns gemeinsam auf eine neue Kündigungsfrist von einem halben Jahr geeinigt, d.h. der Vertrag kann auch noch zum 30. Juni mit Wirkung zum Jahresende gekündigt werden. Damit ist der Zeitdruck erst mal raus und wir können gemeinsam in aller Ruhe an einer guten, zukunftsgerichteten Lösung arbeiten.

Bluegrass Jamboree 2011

Was für ein Konzert! Im gut gefüllten Theatersaal beim 3. Bluegrass Jamboree ging die Post ab. Drei Bands spielten virtuos, fetzig und authentisch. Das Publikum war hin und weg. Hier Videos von Cahalen Morrison & Eli West, The Deadly Gentlemen und Della Mae. Schaut was Ihr verpasst habt!

Bill Clinton schreibt dem Amerika Haus

Auf vielfachen Wunsch hier der Brief von Bill Clinton, in dem er dem Amerika Haus wünscht, dass es noch lange weiter arbeiten möge, da ein solches Zentrum von größter Bedeutung für das internationale Verständnis in einer immer kleiner werdenden Welt sei.

Es wird weiter nach Lösungen gesucht

In der Staatsregierung sucht man offensichtlich weiter nach Lösungen. Die Süddeutsche Zeitung und der Münchner Merkur berichten übereinstimmend von neuen Ideen, die in der Diskussion sein sollen. Nachdem es eine Weile still gewesen ist, scheint jetzt wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Auf jeden Fall begrüßen wir es außerordentlich, dass im Kabinett offenbar aktiv versucht wird, das Amerika Haus zu erhalten.

A Cautionary Tale: Wie man Bilder (miss-)verstehen kann

In einem zweitägigem “Interdisziplinären Workshop zur Bildanalyse” an der Universität Hildesheim wurde das inzwischen historische Bild von Präsident Obama, der zusammen mit Vizepräsident Biden, Secretary of State Clinton, Militärs und Mitarbeitern den Ablauf des Kommandounternehmens gegen Osama bin Laden verfolgt, auf unterschiedlichster Ebene analysiert. Schlagzeile in der Süddeutschen Zeitung: “So betroffen schauen Täter.”

Die Wissenschaftler kommen u. A. zu dem Ergebnis, dass das Bild für eine “Hinrichtung im Modus der Rache” stehe, es legitimiere den “Hegemon” USA, indem dieser durch die Publikation des im Grunde banalen Bildes die Weltöffentlichkeit einschließe. Das Bild schaffe es unter anderem, die offensichtlich unterschiedlichsten Reaktionen der anwesenden Individuen aufzuheben in ein geschlossenes Kollektiv, wirke somit vergemeinschaftend und legitimiere auf diese Weise die “Irrationalität illegitimer Gewalt”. Hier würden Täter als betroffene Zuschauer erscheinen. Es sei ein bildpolitischer Paradigmenwechsel in die Welt gesetzt worden.

Josiah “Tink” Thompson befasste sich in seinen Forschungen über den berühmten Zapruder Film vom Mordanschlag auf JFK ebenfalls mit einem ikonischen Bild: der Aufnahme eines Mannes, der mitten im sommerlichen Dallas genau in dem Augenblick, als die Schüsse auf Kennedy gefeuert wurden, direkt neben der Limousine des Präsidenten stand und einen Regenschirm aufgespannt über seinem Kopf hielt. Thompson ging der Geschichte nach und zeigt, dass wir oft nur das sehen können, was wir sehen wollen. Ein aufklärendes Interview dazu, gedreht von Errol Morris, erschien heute in der New York Times.
Als ehemaliger Professor für Philosophie am renommierten Haverford College steht Thompson in wissenschaftlicher Gründlichkeit seinen Kollegen in Hildesheim in nichts nach. Allerdings hat er seine Professur schon vor vielen Jahren aufgegeben und wurde zu einem äußerst erfolgreichen Privatdetektiv. Offensichtlich half dies, einen plausibleren Blick auf die Dinge werfen zu können.

Es fehlt an einer klaren Entscheidung für den Erhalt des Amerika Hauses am Karolinenplatz

Der Vorstand des BAZ hat die Staatsregierung in einer Presseerklärung aufgefordert, endlich eine klare Entscheidung für den Verbleib im Amerika Haus zu treffen. Es liegt zwar immer noch der Schließungsbeschluss vor, allerdings ist inzwischen in übereinstimmenden Äußerungen von Mitgliedern der Staatsregierung wiederholt von einer positiven Regelung die Rede. Insbesondere der Vorschlag, die Lotterieverwaltung als Standort für die acatech zu nutzen, hält der Vorstand für einen gangbaren und zukunftsweisenden Weg.

Literatur und Politik im Amerika Haus

Am Montag bot das Amerika Haus drei sehr gut besuchte Veranstaltungen an. Eine Lesung mit Lauren Oliver in der Bibliothek, ein Schülervortrag über die Präsidentschaft Obamas vor ca. 450 Schülern und, als absolutes Highlight, ein Gespräch zwischen dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Senator George McGovern und dem ehemaligen Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt Karsten Voigt.

Lauren Oliver las vor über 40, vor allem jungen, begeisterten Besuchern, aus ihrem zweiten Roman ‘Delirium’. Sie erzählt in ihrem Buch, das in 28 Sprachen übersetzt wurde, von einer dystopischen Gesellschaft, in der Liebe als Krankheit gilt. Die ‘deutsche Stimme’ und Moderation des Abends wurde von Annina Braunmiller übernommen, die als Synchronsprecherin der Twilight-Serie bekannt ist.

In der Veranstaltung mit Senator McGovern (ca. 150 Teilnehmer), die vom Melvin-Lasky-Center for Transatlantic Studies im Amerika Haus organisiert wurde, lieferte der progressiver Politiker alten Formats eine äußerst negative Analyse der gegenwärtigen politischen Situation in den USA. Der Senator übte harte Kritik vor allem an der Republikanischen Partei. Ihr radikaler Schwenk nach rechts mache die dringend nötige Kooperation über Parteigrenzen hinaus nicht möglich, ja sie scheine den Republikanern nicht einmal wünschenswert. In einer solchen Situation könne man keine zukunftsgerichtete Politik betreiben. Die gegenwärtigen Bewerber um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner erinnerten ihn an den Songtitel: “Send in the Clowns!”

Unmittelbar vor dem Gespräch verlieh U.S. Generalkonsul Conrad Tribble den Edmund-Spevack Preis für die beste Dissertation in transatlantischer Geschichte des Jahres 2010 an Dr. Bärbel Obermeier. Prämiert wurde ihre Arbeit zum Christian Rock in den USA.

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2.800 Besucher bei der Langen Nacht der Museen

Wie jedes Jahr nahm das Amerika Haus wieder an der Langen Nacht der Museen teil. Und was für ein großer Erfolg: es kamen knapp 2.800 Besucher, das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Ausstellung mit Bildern von Vivian Maier hat das Publikum begeistert. Die Photos sind noch bis zum 9. Dezember zu sehen.

JU Bezirksverband München: Das Amerikahaus muss bleiben!

„Das Amerikahaus muss an seinem derzeitigen Standort am Karolinenplatz 3 verbleiben können“, lautet die Kernbotschaft des Beschlusses, den der JU Bezirksverband München auf seiner gestrigen Sitzung gefasst hat. Die Entscheidung zur Schließung stößt beim Bezirksvorsitzenden, Günther Westner, auf völliges Unverständnis.

Dagegen sieht die JU München in der zusätzlichen Ansiedlung der Acatech im Gebäude am Karolinenplatz 4, das derzeit noch die staatliche Lotterieverwaltung beherbergt, eine große Chance für das gesamte Areal der Maxvorstand. „Wir haben die Möglichkeit, in diesem Bereich ein leistungsstarkes und spannendes Kultur- und Hochschulareal zu gestalten, das München wieder ein Stück weit attraktiver macht. Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, so Westner.

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