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A Cautionary Tale: Wie man Bilder (miss-)verstehen kann

In einem zweitägigem “Interdisziplinären Workshop zur Bildanalyse” an der Universität Hildesheim wurde das inzwischen historische Bild von Präsident Obama, der zusammen mit Vizepräsident Biden, Secretary of State Clinton, Militärs und Mitarbeitern den Ablauf des Kommandounternehmens gegen Osama bin Laden verfolgt, auf unterschiedlichster Ebene analysiert. Schlagzeile in der Süddeutschen Zeitung: “So betroffen schauen Täter.”

Die Wissenschaftler kommen u. A. zu dem Ergebnis, dass das Bild für eine “Hinrichtung im Modus der Rache” stehe, es legitimiere den “Hegemon” USA, indem dieser durch die Publikation des im Grunde banalen Bildes die Weltöffentlichkeit einschließe. Das Bild schaffe es unter anderem, die offensichtlich unterschiedlichsten Reaktionen der anwesenden Individuen aufzuheben in ein geschlossenes Kollektiv, wirke somit vergemeinschaftend und legitimiere auf diese Weise die “Irrationalität illegitimer Gewalt”. Hier würden Täter als betroffene Zuschauer erscheinen. Es sei ein bildpolitischer Paradigmenwechsel in die Welt gesetzt worden.

Josiah “Tink” Thompson befasste sich in seinen Forschungen über den berühmten Zapruder Film vom Mordanschlag auf JFK ebenfalls mit einem ikonischen Bild: der Aufnahme eines Mannes, der mitten im sommerlichen Dallas genau in dem Augenblick, als die Schüsse auf Kennedy gefeuert wurden, direkt neben der Limousine des Präsidenten stand und einen Regenschirm aufgespannt über seinem Kopf hielt. Thompson ging der Geschichte nach und zeigt, dass wir oft nur das sehen können, was wir sehen wollen. Ein aufklärendes Interview dazu, gedreht von Errol Morris, erschien heute in der New York Times.
Als ehemaliger Professor für Philosophie am renommierten Haverford College steht Thompson in wissenschaftlicher Gründlichkeit seinen Kollegen in Hildesheim in nichts nach. Allerdings hat er seine Professur schon vor vielen Jahren aufgegeben und wurde zu einem äußerst erfolgreichen Privatdetektiv. Offensichtlich half dies, einen plausibleren Blick auf die Dinge werfen zu können.

Es fehlt an einer klaren Entscheidung für den Erhalt des Amerika Hauses am Karolinenplatz

Der Vorstand des BAZ hat die Staatsregierung in einer Presseerklärung aufgefordert, endlich eine klare Entscheidung für den Verbleib im Amerika Haus zu treffen. Es liegt zwar immer noch der Schließungsbeschluss vor, allerdings ist inzwischen in übereinstimmenden Äußerungen von Mitgliedern der Staatsregierung wiederholt von einer positiven Regelung die Rede. Insbesondere der Vorschlag, die Lotterieverwaltung als Standort für die acatech zu nutzen, hält der Vorstand für einen gangbaren und zukunftsweisenden Weg.

Literatur und Politik im Amerika Haus

Am Montag bot das Amerika Haus drei sehr gut besuchte Veranstaltungen an. Eine Lesung mit Lauren Oliver in der Bibliothek, ein Schülervortrag über die Präsidentschaft Obamas vor ca. 450 Schülern und, als absolutes Highlight, ein Gespräch zwischen dem ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Senator George McGovern und dem ehemaligen Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt Karsten Voigt.

Lauren Oliver las vor über 40, vor allem jungen, begeisterten Besuchern, aus ihrem zweiten Roman ‘Delirium’. Sie erzählt in ihrem Buch, das in 28 Sprachen übersetzt wurde, von einer dystopischen Gesellschaft, in der Liebe als Krankheit gilt. Die ‘deutsche Stimme’ und Moderation des Abends wurde von Annina Braunmiller übernommen, die als Synchronsprecherin der Twilight-Serie bekannt ist.

In der Veranstaltung mit Senator McGovern (ca. 150 Teilnehmer), die vom Melvin-Lasky-Center for Transatlantic Studies im Amerika Haus organisiert wurde, lieferte der progressiver Politiker alten Formats eine äußerst negative Analyse der gegenwärtigen politischen Situation in den USA. Der Senator übte harte Kritik vor allem an der Republikanischen Partei. Ihr radikaler Schwenk nach rechts mache die dringend nötige Kooperation über Parteigrenzen hinaus nicht möglich, ja sie scheine den Republikanern nicht einmal wünschenswert. In einer solchen Situation könne man keine zukunftsgerichtete Politik betreiben. Die gegenwärtigen Bewerber um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner erinnerten ihn an den Songtitel: “Send in the Clowns!”

Unmittelbar vor dem Gespräch verlieh U.S. Generalkonsul Conrad Tribble den Edmund-Spevack Preis für die beste Dissertation in transatlantischer Geschichte des Jahres 2010 an Dr. Bärbel Obermeier. Prämiert wurde ihre Arbeit zum Christian Rock in den USA.

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2.800 Besucher bei der Langen Nacht der Museen

Wie jedes Jahr nahm das Amerika Haus wieder an der Langen Nacht der Museen teil. Und was für ein großer Erfolg: es kamen knapp 2.800 Besucher, das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Ausstellung mit Bildern von Vivian Maier hat das Publikum begeistert. Die Photos sind noch bis zum 9. Dezember zu sehen.

JU Bezirksverband München: Das Amerikahaus muss bleiben!

„Das Amerikahaus muss an seinem derzeitigen Standort am Karolinenplatz 3 verbleiben können“, lautet die Kernbotschaft des Beschlusses, den der JU Bezirksverband München auf seiner gestrigen Sitzung gefasst hat. Die Entscheidung zur Schließung stößt beim Bezirksvorsitzenden, Günther Westner, auf völliges Unverständnis.

Dagegen sieht die JU München in der zusätzlichen Ansiedlung der Acatech im Gebäude am Karolinenplatz 4, das derzeit noch die staatliche Lotterieverwaltung beherbergt, eine große Chance für das gesamte Areal der Maxvorstand. „Wir haben die Möglichkeit, in diesem Bereich ein leistungsstarkes und spannendes Kultur- und Hochschulareal zu gestalten, das München wieder ein Stück weit attraktiver macht. Das dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, so Westner.

Vivian Maier morgen in der Langen Nacht der Museen

Samstagabend, während der Langen Nacht der Museen, zeigt das Amerika Haus von 19:00 bis 2:00 Uhr die aktuelle Ausstellung “Vivian Maier – A Life Uncovered”.

Bei der letzten Langen Nacht kamen ca. 1.400 Besucher – mal schauen, ob wir diesen Rekord brechen können!

Die Vernissage am vergangenen Freitag war ein großer Erfolg. Mehr als 250 Besucher kamen, um die fantastischen Bilder Maiers zu sehen. Der einführende Vortrag kann auf unserer Website nachgelesen werden.

60 Bayerische Professoren gegen eine Schließung

60 Professorinnen und Professoren aus dem Bereich der Amerikawissenschaften haben sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Seehofer gewandt. Sie bedauern den Beschluss zur Schließung zutiefst und halten ihn für falsch. Denn das Amerika Haus in München “ist ein zentrales Forum des transatlantischen Austausches, das weit über die Grenzen der Stadt in das Bundesland ausstrahlt und für unsere akademische Arbeit in ganz Bayern von höchster Bedeutung ist.”

Die Wände…

im Foyer des Amerika Hauses werden heute, gerade rechtzeitig zur kommenden Ausstellung Vivian Maier – A Life Uncovered gestrichen. Alle sind zur Eröffnung am Freitag, dem 7. Oktober, um 19:00 Uhr herzlich eingeladen.

Foto: Vivian Maier/Maloof Collection

Peer Steinbrück: Gestern im Amerika Haus, heute im Bundestag

Der Ex-Finanzminister war gestern im Amerika Haus, um den zweiten Band von Heinrich August Winklers Geschichte des Westens mit vorzustellen. “Der Westen”, das ist für Winkler nicht nur etwas Faktisches, sondern zugleich ein “normatives Projekt”, mit den Ideen von unveräußerlichen Menschenrechten, der Herrschaft des Rechts, der repräsentativen Demokratie und der Gewaltenteilung.

Es konnte für diese Buchvorstellung in München kaum einen passenderen Ort geben, denn das Amerika Haus steht für die Rückkehr Deutschlands nach 1945 zu genau diesem Westen. Das Konzept, das Winkler benutzt, hatte Jürgen Habermas entwickelt. Der saß selbst in der ersten Reihe des ausverkauften Theatersaals, ebenso wie der bedeutende Zeithistoriker Hans Mommsen und die Grande Dame des deutschen Liberalismus Hildegard Hamm-Brücher. Steinbrück gab einen Vorgeschmack auf seine heutige Rede im Bundestag und beklagte die Gefahr einer Entfremdung der Deutschen von Europa und damit womöglich vom Westen.

Amerika differenzierter sehen

Der kritische Journalist Carl Wilhelm Macke beschreibt in einem Wortbeitrag, wie das Programm des Amerika Haus dazu beitrug, seinen “ignoranten Anti-Amerikanismus” durch ein differenzierteres Bild von den USA zu ersetzen.

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